Soll Leipzig den 100. Katholikentag mit einer Million Euro unterstützen?

Am Wochenende war in Leipzig der Landeskirchentag Sachsen und Deutsches Evangelisches Chorfest. 2016 soll hier der 100. Katholikentag stattfinden. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken bittet die Stadt um eine Unterstützung von einer Million Euro für die Durchführung und Abwicklung. Nun ist Leipzig weder für seine vielen Katholiken noch für volle Kassen bekannt. Bei der katholischen Kirche ist genau das Gegenteil der Fall. Sollte die Stadt Leipzig also eine Million Euro für diese Party aufbringen?

 

 

René Hobusch, FDP

Liebes Weltnest, ich habe noch keine Antwort. Aber ich könnte es mir einfach machen und ein paar staatsrechtliche Grundsätze über die Trennung von Kirche und Staat fallen lassen und hätte eine.

Aber ich denke, darum geht es gar nicht. Die Frage ist sicher für viele geeignet, ihren ganzen vermeintlichen Hass auf eine Institution abzuladen und treffen dabei doch nur eine Gruppe von Menschen, eine Minderheit gar.
Leipzig ist nicht Limburg und während die Legalisierung von Pädophilie bei den Grünen eine zeitlang en vogue war und auch die Reformpädagogik einer Odenwaldschule nicht wegen der bekannt gewordenen Missbrauchsfälle in Frage gestellt wird, eignet sich eine religiöse Minderheit wie die der katholischen Gläubigen vor dem Hintergrund ähnlich lautender Vorwürfe gegenüber der Institution Kirche gerne als Projektionsfläche. Da wird mit zweierlei Maß gemessen.

Es ist nicht die Katholische Kirche, die den 100. Katholikentag ausrichtet, sondern das Zentralkomitee der Katholiken. Ein Zusammenschluss von Vertretern der Diözesanräte und der katholischen Verbände sowie von Institutionen der Laienvertretung und weiteren Persönlichkeiten aus Kirche und Gesellschaft, nicht die Institution Kirche.

Ich weiß, ich fordere Prioritätensetzung! Und bei vielen kleinen und großen Events ist sicherlich einiges einzusparen: Evangelischer Kirchentag, ganz sicher auch das Reformationsjubiläum 2017, das Wagnerjahr 2013, Bachfest, Lichtfest um nur einige von den großen zu nennen. Die kleinen würden gar den Platz sprengen. Es ist auch zu kurz gesprungen, einfach nur dagegen zu rechen, was an einigen wenigen Tagen bei den Händler, den Gastronomen und den Hoteliers bleibt, die das auch verdient haben. Die Frage ist, was kommt davon an direkten und indirekten Steuern und Abgaben ins Stadtsäckel zurück und ist die Wirkung eines solchen Events für die Stadt nachhaltig. Und das kann bei einem von Menschen, die sich zum katholischen Glauben bekennen, organisierten Großevent genauso der Fall sein wie beim Landeskirchentag, dem Bachfest, dem Wagnergeburtstag oder dem Lichtfest. Die Herausforderung dabei ist, die Frage ohne Schaum vorm Mund und bei Vermeidung einer Gleichsetzung von Instititionen und Menschen, die sich zu einem bestimmten Glauben bekennen, zu beantworten. Gleiches Recht für alle!

Der Stadtrat entscheidet darüber am 16. Juli. Dann muss auch ich mich entscheiden.

 

Markus Walther, CDU

Mit religiösen Menschen ist das ja so eine Sache, ganz besonders dann, wenn sie deutlich in der Minderheit sind, so zum Beispiel die Katholiken im Osten (oder die Protestanten im Süden) Deutschlands: Sie legen großen Wert auf ihre Identität, und mitunter fühlen sie sich schneller auf den Schlips getreten als andere. Da kann es schon mal zu Missverständnissen mit „Außenstehenden“ kommen.

Aber den für 2016 angesetzten 100. Deutschen Katholikentag in Leipzig als „Party“ zu bezeichnen, geht selbst bei wohlmeinender Betrachtung ganz gründlich daneben! Die Wortwahl „Party“ klingt despektierlich und ist schon deswegen unangebracht. Sie trifft aber auch in der Sache den Kern nicht: Gerade Kirchentage, Katholikentage und Eucharistische Kongresse sind doch ein deutlicher Kontrapunkt zu einer immer stärker materialistischen und hedonistischen Konsumgesellschaft, in der viel zu viele Leute nur um sich selbst kreisen. Ich habe großen Respekt vor jungen wie alten Menschen, für die es in diesen Tagen wichtigeres als Fußball gibt und die am Wochenende den Weg zu den Veranstaltungen des Landeskirchentages gefunden haben. Ich denke, das ist eine kluge Wahl — auch wenn ich zum römischen Laden gehöre.

Zum Katholikentag: Es gibt zahlreiche gute Gründe für die Stadt, den Katholikentag in Leipzig zu fördern. Darunter sind natürlich ökonomische Gründe, die aber wahrscheinlich gar nicht die entscheidenden sind. Katholikentagsbesucher sind, so weit möchte ich mich aus dem Fenster lehnen, die pflegeleichtesten Besucher einer Großveranstaltung in diesem Rahmen, die man sich wünschen kann: Praktisch alle kommen aus einer tiefen inneren Überzeugung, ihren Blick zu weiten und aus dem Alltag herauszutreten. Keiner von denen wird eine vermüllte Stadt oder schlechte Eindrücke zurücklassen. Albert Schweitzer hat einmal gesagt, dass Gebete vielleicht nicht die Welt verändern könnten, aber Gebete verändern Menschen, und Menschen verändern die Welt. Und das ist vielleicht der zentrale Punkt: Wenn Leipziger und Gäste über ihren Glauben nachdenken und diskutieren, untereinander und mit den „Zuschauern“, bringt das für die Entwicklung einer Stadt mehr als jedes Denkmal und jede Fahrradstraße.
Der Katholikentag 2016 ist eine wunderbare Gelegenheit, einen kulturellen, politischen und religiösen Schatz zu heben: Wir wären dumm, wenn wir dabei nicht mitwirken — ob wir nun an Christus glauben oder nicht.

 

Katharina Schenk, SPD

Sollte die Stadt Leipzig eine Million Euro für den Katholikentag aufbringen? Die Frage wäre leicht zu beantworten, wenn das Stadtsäckel voll wäre. Denn na klar, es lässt sich kaum bestreiten, so ein Kirchentag bringt wie jedes Großevent – wenn es nicht gerade floppt – eine Menge Vorteile: ausführliche Berichterstattung in Presse, Fernsehen und Funk, zahlende Tages- und Dauergäste, internationale Aufmerksamkeit, projektbezogene Jobs, finanzielle Rückflüsse in Form von Mieteinnahmen etc. - und natürlich – je nachdem um was es sich handelt – ein sportliches oder kulturelles Highlight, welches ggf. weitere anlockt.

Nun ist das Stadtsäckel aber nicht voll und die Frage ist: Ändert das alles?
Wäre ich Redakteurin bei der Bild würde ich titeln „Kirche statt Kita. Leipzigs OBM Jung verschenkt 1 Millionen Euro an die Katholiken“. Bestimmt wäre der Titel der Renner, fast so wie „Wir sind Papst“ - und wie an jedem Renner ist auch hier ein bisschen was Wahres dran. Wenn ich 1 Millionen – und das ist zweifellos viel Geld – aus dem Säckel raus nehme, dann kann ich es nicht noch einmal für andere Dinge ausgeben, die vielleicht wichtiger, weil elementarer sind. Ist es nicht grundsätzlich falsch jemandem Geld zu geben, wenn man selbst keins hat, um das Nötigste zu zahlen? Also um in Leipzigs Worten zu sprechen: Sollten wir nicht verdammt noch mal einfach mal Schulen sanieren statt den Kirchentag zu pampern?

Wenn man jetzt mal einen Gang aus der Empörungsmaschine nimmt, bleibt es sicher richtig, dass die 1 Millionen Euro schwer im Magen liegen – es ist verdammt viel Geld und so ganz will einem nicht einleuchten, dass ausgerechnet die Glaubensgemeinschaft, die offenbar genug Geld für eine schicke neue Kirche hat, die Stadt Leipzig um Geld bittet.
Trotz allem bleibt: Ein Kirchentag bringt wie jedes Großevent recht viele Punkte für die Stadt, in der er statt findet.

Genau wie eine Hockey WM, die wir finanziell bezuschussen, so sehe ich den Kirchentag als eine Investition – eine Investition in unser Image und damit in unsere Zukunft. Wir sind darauf angewiesen uns unabhängig vom Solidarpakt II zu machen. Leipzig muss wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen – dazu tragen Unternehmen, aber eben auch Touristinnen und Touristen bei. Ich sage also: Ja, viel Geld die eine Millionen Euro, könnte wegen mir auch weniger sein, aber wenn es auch nur die Hälfte von dem bringt, was es anderen Städten gebracht hat, dann ist es sicher ganz gut angelegt, wenn auch mit Zähne knirschen – aber so ist das ja irgendwie immer.

 

Juliane Nagel, Die Linke

Nun das ist wirklich eine Glaubensfrage und zwar eine doppelte.

1. Sollte die Stadt ein teures "Image-Projekt" mit einer so stattlichen
Summe unterstützen?

und

2. Sollte die Stadt eine religiöse Veranstaltung überhaupt unterstützen?
Ich gebe mich bei Nummer 1 als linke Pragmatikerin und in Punkt 2 als Vertreterin der Religionsfreiheit, die die konsequente Trennung von Staat und Kirche einschließt.

Nummer 1: die Stadtverwaltung knausert mit jedem Euro, der in das gute und sozial sichere Leben der Menschen, die in dieser Stadt leben, fließen soll, spart bei Jugendhilfe, Schulsanierung und hat auch keine Ideen wie notwendige Erwerbsarbeit im non-profit-Sektor nach dem Wegbrechen von Arbeitsförderungsmaßnahmen geschaffen bzw unterstützt werden kann. Für ein Megaevent sollen aber einfach mal 1 Millionen aus der leeren Kasse zur Verfügung gestellt werden? Nö! Die versprochenen Einnahmen durch den Katholikentag in Höhe von 4.3 Millionen Euro fließen ja auch nicht in die Stadtkasse zurück.. sonst könnte die Stadt ja eine Leihgabe machen.
Nummer 2: Ich bin auf jeden Fall für Religionsfreiheit und auch dafür, dass Gebetshäuser sichtbar in der Öffentlichkeit stehen und Gläubige ihre Veranstaltungen an allen, auch öffentlichen, Orten machen können. Hier muss aber sauber getrennt werden - zwischen privater und öffentlicher Angelegenheit. Religion ist Privatsache. Daher ist auch Religionsunterricht an öffentlichen Schule abzulehnen. Schwer wiegt außerdem die Bevorteilung der evangelischen und katholischen Kirche von Staats wegen. Nicht nur dass die Kirchensteuer von den Finanzämtern eingezogen wird (das ist als wenn die Gewerkschaft verdi, in der ich Mitglied bin, ihre Beiträge durch diese öffentliche Stelle einziehen lässt), die Kirche kassiert jährlich fast eine halbe Milliarde Euro vom Staat - für Zahlungsverpflichtungen, die vor fast einem Jahrhundert ausgelaufen sind. Und nicht zuletzt profitieren kirchliche Träger auch bei der Betreibung von Kita, Krankenhäusern und anderen sozialen Einrichtungen von öffentlichen Geldern. Die öffentliche Co- inanzierung von Veranstaltungen wie dem Inrede-stehenden Katholikentag ist quasi "nur" ein Tropfen auf den heißen Stein.

Ergo: ein klares, prinzipielles Nein für das Ansinnen der Stadt.

Was aus meiner Sicht möglich wäre ist, dass die Stadt dem Katholikentag Räume zur Nutzung zur Verfügung stellt und sich selbst mit einer Diskussionsveranstaltung - Religion im säkularen Staat inhaltlich einbringt.

 

Ute Elisabeth Gabelmann, Piraten

1.Gedanke: Ich glaub es hackt!

2.Gedanke: Und da kriegt der MDR Schnappatmung, weil Leipzig vier Prozent dieser Summe aufbringt, um u.a. seine Wahlhelfer warm und gesund heimzubringen? (bekannt als #taxigate)

3.Gedanke: Mit der Kohle könnten wir die Theaterwissenschaft und die Archäologie noch ein kleines Weilchen halten...

4.Gedanke: Das geht mal gar nicht!

Mit wachsendem Ärger studiere ich also dieses unsägliche Rechtfertigungspapier, welches begründen soll, warum wir dafür bezahlen sollen, daß eine Religionsgemeinschaft so gnädig ist, ihr Meeting hier abzuhalten. Das ist ungefähr so, als wenn ich einen Wirt dafür zahlen lasse, daß ich mit meiner Geburstagsgesellschaft seine Kneipe beehre. Im Verlaufe der Lektüre drängen sich weitere Fragen auf:

- Müssen wir dann nicht im Zuge der Gleichbehandlung aller Religionen auch das Trommeltreffen fernöstlicher Buddhisten unterstützen?

- Sollen wir jetzt aufgrund von Vermutungen über positive Effekte mal eben alle dafür bezahlen, die bei uns was feiern wollen?

- Wenn die Katholiken nach Leipzig zum Feiern kommen wollen, warum kommen sie nicht einfach so, weil's hier schön ist?

- Wenn sie nicht das Geld haben, um ihre (Zitat aus dem Papier) "christliche Sicht der aktuellen Fragen in die öffentliche Diskussion" zu bringen, warum lassen sie's nicht bleiben?

- War bei der Bischofsresidenz neulich nicht noch diese schlappe Million Euro übrig, um ihre Laiengruppen zu sponsern?

- Wieviele Feste, die hier stattfinden, wurden eigentlich noch eingekauft statt eingeworben?

- Haben wir zu wenig Geld geboten, um die GamesCon zu behalten?

- Wie ist das eigentlich mit dem Grundgesetz vereinbar, wo eine religiöse Neutralität des Staates (und damit eben auch der Stadt) gefordert wird?

- Wieviele schöne Handtaschen (oder schöne Schulen, um nur mal zwei zu nennen) könnte man von so einer Mille eigentlich kaufen?

- Warum ist eine Leipziger Katholiken-Quote von unter fünf Prozent ein Pro-Argument?

- Könnte das Kaufland am Martin-Luther-Ring nicht seinen Glockenturm versteigern?

- Wenn das Bistum Dresden-Meißen eh schon nach Leipzig geladen hat, dann scheint doch auch ohne Schotter schon alles klar zu sein, oder?

- Bereits jetzt stellt die Stadt Zuarbeiten zur Rahmenplanung zur Verfügung

- reicht das nicht als guter Wille?

Nun wird da schöngerechnet, daß das ganze Geld ja quasi direkt wieder vom Himmel in den Schoß der Stadt fällt. Kann man jetzt glauben. Muß man aber nicht. Es sei denn, die Katholiken machen jetzt auch das mit der Hellseherei. Solche Zahlenspielerei, was angeblich alles schönes passiert, wenn man erstmal etwas Geld in die Hand nimmt, kennen wir ja schon von den Lehman Brothers. Mal abgesehen davon, daß das Geld nicht direkt an die Stadt zurückginge, sondern bestenfalls in anderen Kanälen landete (privat geführte Geschäfte, Hotels etc.).

Und dann noch mein Lieblings-Totschlagargument: Arbeitsplätze! Können wir da nicht das Geld nehmen und die gleich selber schaffen - wie wär's mit einem Jugend-Sozialarbeiter? Oder eben einer Theaterwissenschafts-Professorenstelle.

Früher haben wir von der Schule aus immer Kuchenbasare veranstaltet, um uns Dinge leisten zu können. Vielleicht wäre das ja auch ein denkbares Finanzierungsmodell für das Vereinstreffen der Papstfreunde. Ich backe auch was.

 

Jürgen Kasek, Die Grünen

Aus meiner persönlichen streng laizistischen Sicht: Nein. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich habe kein Problem damit, dass es den Kirchentag gibt und ich kann nachvollziehen, dass es eine Teilförderung über das Kulturamt gibt. Aber die Größenordnung von einer Million Euro leuchtet nicht recht ein. Eine Förderung über Kulturmittel hat es auch für den Landekirchentag 2014 gegeben, eine Teilförderung über die Mittel des Kulturdezernates. Einen extra Haushaltsantrag hat es dazu nicht gegeben. Und da ich mir wünschen würde, dass Leipzig einen Schwerpunkt darauf legt, dass die 5 % Kulturförderung für die freie Szene endlich erreicht werden und es dringendere Probleme gibt, kann ich die Förderung nicht nachvollziehen. Das einzige erkennbare Argument, dass sich aufdrängt wäre das Stichwort Umwegrentabilität. Es bedeutet, dass der Kirchentag die Wirtschaftskreisläufe ankurbelt und Geld in die Stadt bringt. Aber dann wäre die Frage, warum hier die Förderung und nicht etwa bei der Global Space Odyssey oder beim Wave Gothic Treffen, die ebenfalls die lokale Wirtschaft ankurbeln und in den jeweiligen Bereichen eine überregionale Aufmerksamkeit garantieren? Ein Großteil der vorgebrachten Argumente angefangen von Aufmerksamkeit, Ankurbelung des Diskurses und ähnliches lässt sich problemlos auf eine Reihe von anderen Veranstaltungen übertragen. Eine Begründung für die Förderung der reichen katholischen Kirche ist dies freilich nicht. Vielleicht hängt dies damit zusammen, dass der Katholizismus seit dem zweiten Vatikanischen Konzil eine relative Laizität des Staates und der weltlichen Sachbereiche (vgl. Gaudium et Spes, 1965) zwar akzeptiert, aber an seinem geistlichen Absolutheitsanspruch festhält. Wenn dann in der Begründung auftaucht, dass "Hochrangigen PolitikerInnen de facto Stammgäste des Katholikentages sind und für die höchste Staatsrepräsentanz ein Abstecher Pflichtprogramm ist", dann wird deutlicher worum es vornehmlich der CDU geht. Denn der extra geschaffene Verein ist fast ausschließlich mit CDU Größen durchsetzt. Der Absolutheitsanspruch der katholischen Kirche wird deutlich. In Deutschland gibt es die Religionsfreiheit Art. 4 GG, die beinhaltet seinen Glauben frei auszuleben, aber eben auch frei von Glauben zu sein. Und daher ist klar, dass alle Menschen egal welcher Glaubensgemeinschaft in Leipzig willkommen sind und einzelne Veranstaltungen über Mittel der Kulturförderung unterstützt werden können. Dass was hier beantragt wurde verträgt sich weder mit Art. 4 GG noch mit dem Laizismus und daher nein.

  

 

Martins Fazit

Ich kann jedem interessierten Leser nur dieses Dokument ans Herz legen. Es beinhaltet die Begründung für die gewünschten Fördergelder. Es wird von der Historie des Kirchentages geschwärmt und festgestellt, dass Leipzig so in die Schlagzeilen kommen wird. Bei anderen Kirchentagen sei das nämlich auch der Fall. Der letzte Kirchentag war übrigens 2012 in Mannheim. Dazu fällt mir allerdings nur Xavier Naidoo ein. Der hat zwar auch eine enge Verbindung mit dem Katholizismus, aber mit positiven Schlagzeilen hat das weniger zu tun.

Was mich stört, ist weniger die wirklich hohe Summe, welche die Pleitemetropole Pleißenmetropole aufbringen soll, sondern die Tatsache, dass diese Forderung nicht solide begründet wird. Es gibt keine Rechnung, wie man auf diesen Betrag kommt. Nur Erfahrungswerte. Was ganz konkret von diesem Geld bezahlt werden soll, bleibt nebulös. Aber das passt ja irgendwie zu unserer Stadt. Leider.

 

Über den Autor:

Martin schiebt seine Mitgliedschaft in der evangelischen Kirche eigentlich immer nur dann vor sich her, wenn seine Freundin mal wieder gegen die Kirche stänkert.

Kommentare

Christoph Kaffee kommentierte auf Facebook

Warum nur eine Million?

001 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Francis Lehmann kommentierte auf Facebook

Nu klar, wir haben es ja auch so dicke. Nur raus damit..

001 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Karsten Werner kommentierte auf Facebook

Nein!

000 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Nutzerbild von D. GiovanniD. Giovanni kommentierte

By the way...

Der letzte Katholikentag war nicht in "Monem", sondern in Regensburg, vor vier Wochen.

000 001
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Nutzerbild von Meißner MartinMartin Meißner kommentierte

Danke für den Hinweis

Letztendlich bestätigt das meine These ;-)

002 001
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Nutzerbild von D. GiovanniD. Giovanni kommentierte

Das...

...war mir nicht entgangen! ;-)

000 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Daniel Voigt kommentierte auf Facebook

genau, haut doch gleich den kompletten Haushalt raus, wer braucht denn intakte Schulen oder Strassen wenn man eine Milliarden schwere, weltweit operierende Sekte unterstützen kann (Ironie Ende)

002 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Feli X H Artmann kommentierte auf Facebook

Die Kirche ist keine arme Institution. Wenn die Stadt den Kartholikentag mit 1 Million EUR!!! unterstützen soll, müsste aufgrund der Gleichbehandlungsthematik sämtlich anderen Veranstaltungen anderer Glaubensrichtungen auch finanziell unterstützt werden. In Leipzig gibt es rd. 5 % Katholiken für die schlussendich und Ihre Besucher sehr viel Geld zur Verfügung gestellt wird. Dass passt m.E. nicht mit dem Interesse der meisten Bürger in Leipzig überein. Wenn die Stadt den Katholikentag nicht mit dieser Summe unterstützen sollte, wird dieser doch trotzdem stattfinden. Eine Unterstützung der Stadt könnte z.B. so aussehen, dass öffentl. Räumlichkeiten kostenlos zur Nutzung zur Verfügung gestellt werden, aber eine finanzielle Unterstützung in Höhe von einer Million EUR sehe ich nicht als angemessen und begründet.

000 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Gerhard Smole kommentierte auf Facebook

Irrsinn.

000 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Sandy Krahmer kommentierte auf Facebook

Ich glaube, die Kirche wäre einverstanden, wenn die Stadt stattdessen den Krankenwagen für Frühchen mitfinanzieren würde! Hätten alle was davon! Und ist günstiger.

000 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Alegro Katol kommentierte auf Facebook

sollnse doch ihre monsterkirche verkoofen. kirchensteuer wir genuch gezahlt.

003 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Detlef M. Plaisier kommentierte auf Facebook

Ohne Wenn und Aber: Ja die Stadt soll!

013 001
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Tom Wagner kommentierte

ABER warum?

WENN es eine schlüssige Begründung gäbe, könnte darüber wenigstens diskutiert werden...

000 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Nutzerbild von Detlef PlaisierDetlef Plaisier kommentierte

Der Kirchentag ist keine Party

Das verunglimpft alle die Menschen, die ihres Glaubens wegen hierher kommen, um ihren Glauben und ihren Gott zu feiern. Ich gehöre auch dazu. Es geht bei einem Kirchentag nicht um Verprassen. Und es sollen auch keine Fronten aufgebaut werden zu maroden Schulen. Der Kirchentag ist eine bereicherung für Leipzig wie die Buchmesse. Also klares JA zu einer Förderung.

019 003
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Nutzerbild von Rosi Rosi kommentierte

Es geht nicht um Party

Es ist vollkommen egal, ob bei einem Kirchentag irgendwas verprasst wird oder nicht (übrigens interessante Definition von Party: Party ist, wenn verprasst wird.). Hier wird auch niemand verunglimpft, diese Behauptung ist einfach nur lächerlich. Die Stadt Leipzig kriegt es nicht hin, den EmpfängerInnen von Wohngeld, Sozialgeld, Grundsicherung, Hartz IV die tatsächlichen Kosten der Unterkunft zu bezahlen. Institutionen müssen ständig bangen und feilschen, ein Theaterhaus ... (naja, lassen wir das), nach jedem strengen Winter sehen die Straßen umso schlimmer aus und werden nur notdürftig geflickt, kleine Kinder können trotz Rechtsanspruch keine Betreuung erhalten, mittelständische Unternehmen mahnen seit Jahren mehr Unterstützung an etc. Mit einer Million könnte die Stadt also echt viel machen. Macht sie aber nicht. Warum? Weil die Million nicht übrig ist. Bevor man also fordert, dass die Million, die nicht da ist, für eine "Bereicherung" ausgegeben wird (deren Stattfinden ja sowieso abgemachte Sache ist), könnte man vielleicht mal nachdenken. Und sich die oben stehenden Argumente durchlesen, diese abwägen und dann erst posten, dass man geil auf die Million ist. Oder um das mit den Gebeten von dir aufzugreifen: vielleicht im Gebet Klarheit erlangen.

003 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Matthias Geh kommentierte

bereicherung?

An der Buchmesse kann jeder Spaß haben. Ersetze Buchmesse durch Kirchentag und finde den Fehler. Mag polemisch klingen oder sogar sein, aber mal ehrlich. Wie würde denn bitte diese Diskussion laufen, wenn sie sich um eine andere Glaubensrichtung und einen ähnlichen Geldbetrag drehen würde? Insofern ein klares NEIN. Und wenn überhaupt eine Förderung stattfinden sollte, sollte ein klares und vor allem transparentes Förderungskonzept vorliegen, dass öffentlich einzusehen ist. Immerhin darf nicht vergessen werden, wer die Stadtkasse füllt. Die Katholische Kirche ist es sicher nicht.

002 001
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Matthias Malok kommentierte

Die Gewählten entscheiden über unser Geld!

Sprecht die Stadträte persönlich an und fragt diese zu ihrer Position, denn diese entscheiden über unser Geld. Hier werden die Fragen und Antworten nicht vergessen! http://www.abgeordnetenwatch.de/leipzig-856-0.html ++ http://de.wikipedia.org/wiki/Abgeordnetenwatch.de++

000 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Tom Wagner kommentierte

Verunglimpfung? Na na...

Jeder darf dort um sein Kalb tanzen wo er will. Nur, warum soll ich Ihren Zehnt zahlen?

000 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Penny Parts kommentierte auf Facebook

Pff...die Kirche wird quasi doppelt finanziert - warum noch mehr zahlen?

000 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Ro Schu kommentierte auf Facebook

Das soll der Verein mal schön selber bezahlen !!!

001 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Ro Schu kommentierte auf Facebook

Wer Vergewaltigungsopfer abweist wenn sie die Pille danach möchten u d kindergaertnerinnen kuendigt wenn sje sich scheiden lassen und nochmsl heiraten soll keinen Cent bekommen !!!!

000 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

René Coumont kommentierte auf Facebook

Blöde Frage! Natürlich NICHT!!!

001 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Frech Le kommentierte auf Facebook

bekommen die katholiken in deutschland nicht schon genug seit über 200 Jahren ??? kultur, kinder bzw. bildung bräuchte das geld viel nötiger....wohl nicht genügend prestige für die zeitung...unfähiges geldgeiles politikerpack !

001 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Schnatterinchens Spielwelt kommentierte auf Facebook

Gibt es sonst keine Probleme? Ich geb gern einen Tipp für ein dringende Finanzierung!

000 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

kommentierte auf Facebook

Ein Kompromissvorschlag, liebe Stadträte: Die Stadt zahlt die halbe Summe für den Katholikentag, denn mit der anderen Hälfte wären die Raumkosten für den Standort des Polnischen Instituts am Leipziger Markt auf 10 Jahre gedeckt.

001 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Mina Sommer kommentierte auf Facebook

NEIN!

000 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Christoph Kaffee kommentierte auf Facebook

Wie viel Geld kostet Religion Fußball an einem normalen Bundesligaspieltag? Also Polizeieinsätze + drumrum? Wer zahlt das? Der Fußballfan?

000 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Nutzerbild von kommentierte

Bäume pflanzen

Für einen Bruchteil diese Geldes könnte die Stadt endlich die 5000 Bäume pflanzen, zu denen sie sich im "Luftreinhalteplan" verpflichtet hat, und somit drohende Strafzahlungen an Brüssel vermeiden.

000 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Michael Irmisch kommentierte auf Facebook

Der reichsten Kirche der Welt? Ernsthaft? Es wird doch schon Infrastruktur, Müllentsorgung ect. vermutlich unentgeltlich zur Verfügung gestellt, wozu dann noch 1 Mio. ? im Vorraus?!

000 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Zarah Schnutentute kommentierte auf Facebook

wie wärs denn mal mit einer Mille für die Sozialarbeit! das müsste doch auch die Kirche gut finden ;)

000 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Jenny Liebau kommentierte auf Facebook

NEIN..

000 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Thomas Fieberg kommentierte auf Facebook

Schonmal Wasser in die Elbe gekippt?

000 001
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Nutzerbild von kommentierte

Wasser in die Elbe?

Warum nicht in Pleiße oder Elster die könnten eine "Frischwasser-Kur" auch ganz gut gberauchen!

000 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Marcus Puchalla kommentierte auf Facebook

Klares NEIN! Das Geld könnte man bei so vielen Haushaltslöchern und vor allem im sozialen Sektor wesentlich besser nutzen. Die kath. Kirche hat allem Anschein nach genug Geld um eine solche Veranstaltung selbst zu zahlen. Gegenvorschlag: Warum gibt sie der Stadt nich 1Millionen für den Mehraufwand der hier entsteht.

000 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Mar Sti kommentierte auf Facebook

Wie man auch nur auf die Idee kommen kann ist mir ein Rätsel.

002 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Stiefel Jung kommentierte auf Facebook

ich frage mich warum sich leipzig üerhaupt diese frage stellt können ja mal mit dem klingelbeutel durch die stadt ziehen und schauen wieviel freiwillig gegeben wird

000 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Tronde Leipzig kommentierte auf Facebook

Ich finde das sehr richtungsweisend, was hier kommentiert wird und muss mich meinen Vorrednern anschließen. Ich sehe die Million viel lieber im Bildungswesen, zumal noch einiges an maroden Schulen vorhanden ist oder gar in der Infrastruktur, denn einige Straßen sind besser nur noch mit geländegängigen Fahrzeugen zu befahren. ...

000 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Tronde Leipzig kommentierte auf Facebook

... Bleibt nur zu Hoffen, dass diese Tendenz hier auch dem Stadtrat zukommt. Oder sie sich von solchen Stimmungsbarometern beeinflussen lassen!

001 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Tino Bucksch kommentierte auf Facebook

da kann ich den ganze Skeptikern hier nur raten, sich 5 Minuten Zeit zu nehmen und eine Mail mit der Ablehnung an alle Fraktionen zu schreibne, damit das denen klar ist ,-)

000 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Ida Stehtse kommentierte auf Facebook

Kommentar gelöscht.

Kommentar gelöscht. Bitte bleibe sachlich.

000 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Nutzerbild von Hans-Werner LeipzigHans-Werner Leipzig kommentierte

Walther: Geistreich

Das einzig geistreiche Kommentar kommt von Markus Walther. Danke dafür. Es ist schon enorm, dass in Bezug auf die christliche Kirche auf einmal keinerlei Denk- und Sprechverbote mehr bestehen, Respekt und Anstand werden vergessen. Bei anderen Religionen wird in der öffentlichen Debatte vollkommen zu Recht großer Wert auf Contenance gelegt. Schaut man sich die Statements hier und auf Facebook an, könnte man meinen, Christen wurden schon vogelfrei erklärt. Traurig.

005 001
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Nutzerbild von Meißner MartinMartin Meißner kommentierte

mit Verlaub

Denkverbote sollte es niemals geben. Und wenn man denken kann, dann braucht es die Sprechverbote auch nicht.

000 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Hacke Prawitz kommentierte

Um Himmels Willen

Auf keinen Fall. Da fallen mir spontan 10 Dinge ein, die zu finanzieren sinnvoller wäre.

000 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Martin Ludwig kommentierte auf Facebook

No

000 000
 
Angemeldet als anonymer Benutzer.

Eine neue Diskussion starten

Angemeldet als anonymer Benutzer.