Soziale Schere in Leipzig: Zerfallen die Stadtteile in arm und reich?

Laut einer Studie der Bundesagentur für Arbeit leben Geringverdiener und Besserverdiener in Leipzig besonders stark voneinander getrennt. Noch krasser soll das nur in Frankfurt am Main sein. Ist das wirklich so? Wollen wir, dass das so bleibt? Wie können wir das ändern?

 

René Hobusch, FDP

Ach Weltnest, als ob das nicht schon immer so gewesen ist. Vor hundert Jahren wurde im Osten der Stadt billig gebaut, wo der Dreck der Industrieanlagen aus dem Westen hinzog, denn 2/3 des Jahres kommt der Wind aus dem Westen. Die Villen dagegen sind im Westen, im Waldstraßenviertel und überall dort entstanden, wo man auch heute gerne wieder wohnt.

Und jetzt? Jetzt hat der Osten Leipzigs den größten Zuzug, die meisten Immobilienkäufe und die stärkste Dynamik. Aber ich kenne auch die Studien, von denen du hier berichtest. Ich denke, da wird mit einer groben Schablone gezeichnet. Am Ende führt es dazu, dass von Neo-Biedermeierlichkeit gezeichnete urbane Menschen in der Lebensmitte (frei nach Rainald Grebe) aus dem hippen Schleußig ihre Vorurteile kaschieren und von weiten Schulwegen in den Osten schwafeln, derweil tut Kindermund Wahrheit kund.

Ja es gibt Unterschiede und ich halte sie für normal. In einem wachsenden Leipzig wird sich das aber einebnen, davon bin ich überzeugt. Denn die Möglichkeiten sich abzugrenzen werden weniger. Aber gleich waren alle nur in der WBS 70 mit Schrankwand Modell Hellerau. Und selbst in diesen grauen Vorzeiten, Mittzwanzigern ist das gar nicht mehr bekannt, der Staat hieß DDR und war ein Arbeiter- und Bauernparadies, waren die Gleichen unter den Gleichen abgeschottet. Wohl ging es dort nicht weniger spießig zu...

Bei der Debatte ist viel Heuchelei dabei und manch Latte-Macchiato-Bohème meldet die eigenen Kinder dann doch lieber in ruhigen bürgerlichen Stadtteilen an, wenn sie in Schulen müssen, an der bis zu 90 Prozent der Schüler aus Migrantenfamilien stammen.

Ich bin überzeugt, im Osten der Stadt lebt es sich genauso gut wie im Westen und im Norden so gut wie im Süden.

 

Jürgen Kasek, Die Grünen

Nicht nur die genannte Studie, sondern auch der Sozialatlas der Stadt Leipzig und andere Statistiken weisen daraufhin, dass es zwischen den einzelnen Stadtteilen ein erhebliches soziales Gefälle gibt. Davon kann man sich recht einfach mittels eines Stadtrundganges durch die einzelnen Viertel und anhand der unterschiedlichen Mieten überzeugen. Während im Waldstraßenviertel, Musikviertel und Zentrum, in einzelnen Lagen, bereits bis zu 12 € qm² kalt verlangt werden, sieht es in der Peripherie anders aus. Aufgrund der steigenden Mieten und zunehmenden Verdrängung hat sich auch ein Netzwerk in Leipzig gegründet, das der Lobbyarbeit der Immobilienverbände handfeste Argumente gegenüberstellt.

Dieses soziale Gefälle kann zur Belastung werden. Soziale Segregation kann zu einer Verschlechterung des Dienstleistungsangebotes führen, was wiederum Abwanderungsbewegung der Mittelschicht begünstigt. Der Verlust an integrierten Gruppen verringert zudem die soziale Stabilität des Quartiers. Weitere negative Folgen hat etwa der Gentrificationblog von Andrej Holm recht gut aufgeführt. Wenn dann FDP-Politiker, wie in Berlin, Hartz IV Quartiere fordern ist die Grenze der Dummheit längst überschritten. Gezielt wird dort Feuer an den sozialen Zusammenhalt gelegt. Das eine segregierte Stadt als soziales Gebilde nicht mehr funktioniert ist egal.

Also ganz klar: Wir können das nicht wollen. Aus sozialen Gründen, siehe oben, aber auch aus ökonomischen, da die Folgekosten der benachteiligten Stadtteile deutlich höher sind. Es geht darum eine Stadt für alle zu gestalten.

Aus meiner Sicht bedarf es dazu:

1. Neuen sozialen Wohnungsbaus.

2. Einführung einer Kappungsgrenze bei Mieterhöhung.

3. Regionalisierung des Mietrechts, um Kommunen die Möglichkeit zu geben, in bestimmten Gebieten eine stärkere Kappung zu ermöglichen

4. Mehr Wohnungen in kommunaler Hand (Wien etwa hat seine Mietpreise relativ konstant gehalten).

Jetzt kommen wieder die Apologeten des freien Marktes und sagen, man muss nur mehr Bauflächen zur Verfügung stellen und dann wird auch mehr gebaut, so von wegen Angebot reguliert Nachfrage und freie Hand des Marktes und so.

Abschließend zu diesem Unsinn: Der Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz hat festgestellt, dass es die regulierende Hand des freien Marktes nicht gibt. Begreift das endlich! Im Kapitalismus geht es um Gewinnmaximierung. Das ist erstmal nicht verwerflich, aber dem Menschen und dem sozialen Zusammenhalt eben auch nicht zuträglich. Lest Bücher und informiert euch!

 

Katharina Schenk, SPD

3 Fragen – 3 Antworten:

Ist es wirklich so, dass Geringverdiener und Besserverdiener auch in Leipzig oftmals getrennt voneinander leben?

Auf jeden Fall. Es gibt schlicht Viertel, die sich besonderer Beliebtheit erfreuen, die vielleicht eine gute Anbindung haben, oder irgendwie hip sind. Dort wird es teuer – folglich wohnen dort immer mehr Menschen, die die neuen Mieten bezahlen können.

Ich wohne im Graphischen Viertel. Als ich hier her zog, gab es viele Baulücken und kaum Geschäfte. Inzwischen gibt es Restaurants, verschiedene Läden – und fast keine Baulücken mehr. Würde ich wegziehen, wenn die Miete ansteigt? Ja, müsste ich sogar, denn irgendwann ist das Budget für's Wohnen schlicht aufgebraucht. In Leipzig gibt es viele Viertel in denen das so ist – die Südvorstadt, Plagwitz und Schleußig sind hier sicher ganz weit vorn zu nennen.

Will ich, dass das so bleibt?

Natürlich nicht. Ich bin für eine Mietpreisbremse – eine ohne Ausnahmen, die auch für Neubauten gilt. Es ist schlicht falsch, dass sich manche Wohnorte nur noch bestimmte Bevölkerungsgruppen leisten können. Eine lebenswerte Gesellschaft entsteht nur, wenn jede und jeder jeden und jede am Supermarkt um die Ecke treffen könnte. Stillstand, Isolation und Grenzziehung innerhalb der Gesellschaft lehne ich entschieden ab.

Wie können wir das also ändern?

Die Mietpreisbremse ist ein Schritt in die richtige Richtung. Und natürlich sollte die Stadt ihren Einfluss über kommunales Eigentum behalten. Ein Verkauf der städtischen Wohnungen, wie er etwa in Dresden statt gefunden hat, ist genau der falsche Schritt.

Die Kommune kann aber nicht nur so aktiv werden. Schließlich lässt sich das Problem auch von der anderen Seite betrachten: Wenn ein Stadtteil immer voller wird, muss ein anderer leerer werden (natürlich gibt es auch Zuzug, aber der scheint mir weniger direkt). Es ist also an der Stadt, alle Stadtteile attraktiv zu gestalten. Das geht durch gute Anbindung, gute städtische Versorgungsleistung, gezielte Investitionen und Bürger_innenbeteiligung. Grundlage für all das ist – wie so oft – ein gut ausfinanzierter Haushalt: Deswegen sollte man sich am 31. August genau überlegen, wem man seine Stimmen zur Landtagswahl gibt.

 

Juliane Nagel, Die Linke

Die Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung bringt im Grunde wenig Neues zutage: dort wo sich Stadtviertel für Menschen mit weniger Einkommen schließen, wo Menschen verdrängt werden, die sich die steigenden Mieten nicht mehr leisten können, haben wir ein Problem, bzw. zeigt sich vielmehr, die anti-soziale Dimension dieser Gesellschaft.
Bezeichnet der Begriff Gentrifizierung des Prozess der sozialen Umstrukturierung von Wohngebieten, bildet die Segregation das soziale Auseinanderdriften ab. In Leipzig haben wir es seit ein paar Jahren mit schleichenden Gentrifizierungsprozessen zu tun, die die bereits vorhandene soziale Entmischung in manchen Vierteln noch verstärkt.

Leipzig galt lange als Armutshauptstadt Deutschlands und ist es nach Dortmund noch immer. Es gibt quasi traditionell Viertel, in denen sich Armutslagen ballen, hier vor allem in Ortsteilen im Osten (Volkmarsdorf, Neustadt-Neuschönefeld) und im Westen (Altlindenau, Kleinzschocher, Grünau-Nord und -Mitte). Dagegen wohnen insbesondere in den zentrumsnahen Ortsteilen wie dem Waldstraßenviertel, einkommensstarke Schichten.

Aus der recht guten Sozialdaten-Berichterstattung der Stadt Leipzig lässt sich die Erkenntnis gewinnen, dass vor allem der Leipziger Südwesten (Plagwitz, Lindenau) und in den inneren Osten einen starken Zuzug erleben. Dies verändert der Einkommensverhältnisse und hat auch Auswirkungen auf die Mieten. Beispiel gefällig?  2006 lag das Nettoeinkommen in Plagwitz noch bei unterdurchschnittlichen 811 Euro pro Monat. 2011 waren es bereits 1225 Euro pro Monat. Gleichzeitig sprangen die Mieten über den Stadtdurchschnitt und lagen 2011 bei über 5,10 Euro. Das wäre nicht schlimm, wenn nicht damit Verdrängungsprozesse verbunden wären, die leider nicht ordentlich dokumentiert sind. Doch es gibt sie, wie der Immobilienvermittler Jones Lang LaSalle zuletzt im März in einer Studie belegte. Und auch die Holbeinstraße 28 a in Schleussig oder die Kochstraße 114 in Connewitz stehen hierfür beispielhaft.

Die Erkenntnisse der Studie sind also durchaus ernst zu nehmen, so wenig neu sie auch sind. Wir müssen es in Leipzig schaffen, Aufwertung ohne Verdrängung zu leisten. Das heißt, dass natürlich Häuser saniert und neuer Wohnraum geschaffen werden müssen, genau wie die Ansiedlung von Gewerbe, Kultur und Freiräumen zu vitalen Vierteln gehört. Das alles darf aber nicht auf Kosten von ansässigen, möglicherweise prekär lebenden Menschen geschehen. Politik muss gegensteuern! Warum muss es denn eine Luxussanierung sein und keine niedrigschwellige, der nur moderate Mietsteigerungen folgen? Warum verweigert sich der Freistaat Sachsen einem Programm für sozialen Wohnungsbau für die Großstädte Leipzig und Dresden, mit dem verbindliche Anteile von Wohnraum in öffentlicher oder genossenschaftlicher Hand für soziale Benachteiligte - unbefristet! - verankert werden? Warum müssen MieterInnen bei bei den energetischen Sanierungen bluten, während EigentümerInnen mit öffentlichen Mitteln den Wert ihrer Immobilien steigern können(Mieteröhungen aufgrund energetischer Sanierungen werden nach Armotisierung der Ausgaben nicht zurückgenommen, geschweige denn dadurch erzielte Einsparungen bei den Betriebskosten adäquat an die MieterInnen umgelegt)? Warum hat die LWB ihren Bestand in den letzten Jahren so rapide abgebaut? (In Südwest und Nordwest, also dort wo Segregationstendenzen besonders im Anmarsch sind, gibt es am wenigsten Bestände des öffentlichen Wohnungsunternehmens.)

Neben dem der auszubauenenden öffentlichen Wohnungsversorgung bietet gemeinnützig orientierte Wohnprojekte, die dem Markt durch Kauf der MieterInnen entweder ganz entzogen werden oder auf lange Dauer verpachtet sind, eine sehr konkrete Entspannung in den von Segregation betroffenen Vierteln. Diese Möglichkeit sollte viel stärker gewährt und genutzt werden. Eine Entspannung des Wohnungsmarktes in der Breite werden solche Modelle allerdings nicht bringen. Zu guter Letzt gibt es allerdings zwei grundlegende Möglichkeiten Segregation und Gentrifizierung Einhalt zu gebieten: keine prekären Einkommen zulassen und Wohnen endlich als Grundrecht verankern!

 

Ute Elisabeth Gabelmann, Piraten

Auf einer der ersten Veranstaltungen, die ich zum Thema Stadtentwicklung besuchte, sagte mir ein Stadtrat der Linken, der sich mit diesem Thema schon deutlich länger befaßte als ich, es gäbe dieses Phänomen namens Gentrifizierung in Leipzig nicht. Schon damals hat mich diese Aussage maßlos erstaunt: zum einen, weil ich das Gefühl hatte, dass das nicht stimmte, zum anderen, weil ich so eine Aussage ganz sicher nicht von der sonst für soziale Probleme sehr sensiblen Linken erwartet hatte.

Abgesehen von der Studie kann man ja auch mal ganz unempirisch Folgendes tun: mit offenen Augen durch Leipzig gehen. Natürlich wohnen im Waldstraßenviertel und der Südvorstadt mehr gutverdienende Menschen. Man sieht gepflegte Autos, die sicher nicht vom Gebrauchtwagenhändler stammen, teure Kinderwagen, die multifunktional zur Sportkarre umgebaut werden können, gehobene Freizeitkleidung, nicht todschick - eher gediegen. Geht man in Stadtteile wie Paunsdorf oder Grünau, bietet sich nicht immer, aber oft, ein anderes Bild. Es ist nun einmal so, dass sich der Kontostand ab einem gewissen Punkt auch äußerlich zeigt: wenn man sich nicht mehr den dringend nötigen Friseurbesuch leisten kann, wenn die Kleidung trotz waschen langsam den Grauschleier der langen Nutzung annimmt, wenn der Versuch, modisch zu wirken, aufgrund der grauenvollen Optik der Discounterklamotten lächerlich wird.

Wollen wir, dass das so bleibt? Tja, die Stadt will das offenbar so. Das ist das klare Signal aus der Verwaltung, die sich lieber hundertfach im Jahr vor dem Sozialgericht verklagen lässt (und verliert!), statt endlich die sogenannten Kosten der Unterkunft (KdÜ) für Empfänger von Sozialleistungen (Hartz IV) dem gerichtlich geforderten Standard anzupassen. Um das mal einzuschätzen: derzeit werden vielen Hartz-IV-Empfängern, deren Wohnung zum Beispiel 400 Euro Warmmiete kostet, nur 300 Euro erstattet. Jeder der Leser, der auch Mieter ist, darf sich mal kurz überlegen, wo und wie man für 300 Euro warm in der Messestadt wohnen kann (und auch, von welchem Betrag die restlichen 100 Euro bestritten werden).

Schaut man mal in Haushaltsbücher, so findet man dort meist Empfehlungen, welcher Prozentsatz des Einkommens für welche Ausgaben eingeplant werden sollte. Auch Banken rechnen bei Kreditvergaben, wenn das Haushaltseinkommen geprüft wird, mit ähnlichen Werten. Die Mietzahlung soll danach etwa 30% des Haushaltsnettoeinkommens betragen. Das heißt, die für Hartz-IV-Empfänger vorgesehene Zahlung ist eigentlich die Warmmiete für eine Haushalt, der mindestens 900 Euro netto jeden Monat hat.

Um es deutlich zu sagen: Menschen, die über derart wenig Geld verfügen, sind gezwungen, in den Gegenden zu wohnen, die von Investoren und deren Kunden als zu schlecht und unattraktiv befunden wurden, um dort Geld anzulegen. Ist 'ne feine Aussage: "Also wir finden den Stadtteil so scheiße, daß wir da ums Verrecken keinen Euro reinstecken würden - aber für dich zum Wohnen wird er schon reichen."

Ich ahne auch schon, dass jetzt irgendwer meiner geschätzten Kollegen das Zauberwort "Mietpreisbremse" in den Ring wirft. So eine Mietpreisbremse nützt nur Gutverdienern, die dadurch eine gute Wohnung zu einem erschwinglichen Preis bekommen. Kein Vermieter von Vernunft gibt die mietpreisgebundene Wohnung, für die er schon nicht ordentlich Miete kassieren kann, einer Krankenschwester mit drei Kindern statt einen gutsituierten Arzt-Ehepaar. So bleibt die Wohnung zwar klein im Preis, aber geht nicht an die, die dringend darauf angewiesen wären.

Es entspricht dem Verständnis der Piraten von Freiheit und Menschenwürde, dass man sich sein Wohnumfeld selbst aussucht und dort hinziehen kann, wo es einem gefällt, wo man sich wohl und Zuhause fühlt. Dies wirkt sich auf so absolute Nebensächlichkeiten wie Gesundheit und Wohlbefinden aus, genauso wie auf das Sicherheitsgefühl (z.B. Alleinstehender), das Selbstbewußtsein und die Zufriedenheit. Das sind natürlich alles weiche Faktoren, die nicht so prima in Euro gemessen werden können, die aber jeder kennt, der sich schonmal spontan in eine Wohnung oder Gegend regelrecht verliebt hat.

Nicht jeder Finanzschwache will gleich nach Gohlis ziehen - aber die freie Wahl und Möglichkeit, die sollte er haben.

Martins Fazit

Es fällt leicht zu sagen "Die Viertel waren schon nach Einkommen getrennt, als sie gebaut wurden", denn wer sind wir an der Historie zu rütteln?

Allerdings ist das auch nur eine andere Form von "das hamwer immerschon so gemacht" und diese Antwort darf man niemals gelten lassen.

Es geht nicht um einen Rechtsanspruch auf Echtholzparkett und vier Meter hohe Stuckdecken. Es geht darum, dass es keine Viertel geben soll, in dem nur eine Minderheit arbeiten geht. Es geht darum, dass Schüler aus verschiedenen Schichten auf dieselbe Schule gehen. Es geht einfach darum, dass die Gesellschaft nicht auseinanderdriftet. Der ökonomisch, ökologisch und moralisch billigste Weg dies zu tun, sind durchmischte Viertel. Zur Not mit einem Zehngeschosser voller Migranten und Harz-4 Empfängern in Schleußig. Wenn der reiche Akademikersohn nicht ins Assiviertel will, kommt das Assiviertel eben zum Akademikersohn. Für mich spricht nichts dagegen. Ich muss ja auch die schrecklichen Stadthäuser ertragen, die sich in meinem Stadtteil breitmachen.

 

Über den Autor:

Martin gentrifiziert in seinem Viertel noch so lange rum, bis er selbst verdrängt wird.

Kommentare

Nutzerbild von Heinz aus BornaHeinz aus Borna kommentierte

Typisch FDP...

.. war mal wieder das Statement des Herrn Hobusch. Sicher ist für Ihn eine Verteilung in Arme und Reiche Stadtteile normal, weil es immer schon so war. Und weil er und sein Wählerklientel sicher nicht im Osten wohnt, (was die Stadtratswahl 2014 gezeigt hat, oder meinte er vielleicht Meusdorf was jedoch im Süd-Osten liegt?) weiss er sicher wie gut es sich dort wohnt! Übrigens lieber Autor, was ist das eigentlich für ein nichtssagendes Titelbild?

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Nutzerbild von René HobuschRené Hobusch kommentierte

Der Herr Hobusch

wohnt sogar in Paunsdorf. Was sagen Sie denn nun, lieber Heinz aus Borna.

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Nutzerbild von clementineclementine kommentierte

apfelsinchen

Herr Hobusch ich bewundere Ihren Mut zur Wahrheit, Sie sind der Einzige zwischrn dieser Einheitssülze, der die Welt darstellt wie sie wirklich ist. Eine Verehrerin

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Nutzerbild von René HobuschRené Hobusch kommentierte

Apfelsinchen,

da krieg ich doch gleich einen roten Kopf und wird zur Blutorange. Hoffentlich liest das hier niemand...

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Nutzerbild von Heinz aus BornaHeinz aus Borna kommentierte

Zu spät... gelesen...

Aber irgendwie schmeckt Apfelsinchens geraspeltes Süßholz nicht so wie es soll,.. aber wenn doch dann gönnen Sie es sich! Gratulation zum Wohnort Paunsdorf, hat sicher auch seine schönen Ecken. Halten Sie doch beim nächsten Mal Richtung Innenstadt am Torgauer Platz und trinken eine Flasche Sterni mit mir. Gemeinsam gehen wir dann auch Entdeckungstour wer der neue Zuzug ist und wohin diese ziehen und warum diese Menschen eigentlich nicht in die neugebauten Wohnungen oder angedacht zu schließenden Baulücken (a la Brache Semmelweiss-bay. bhf) in SVS oder Schlßg ziehen.

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Nutzerbild von René HobuschRené Hobusch kommentierte

Heinz aus Borna,

wenn Sie Ihre Anonymität preisgeben, bin ich gern bereit, mit Ihnen persönlich ins Gespräch zu kommen. Meine öffentlich zugängliche E-Mail finden Sie mit wenig Mühe im Internet heraus.

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Nutzerbild von DesckaDescka kommentierte

Zu kurz gedacht

... egal wie sich die Preise in Leipzig gestalten, selbst unter der Annahme es würde überall den gleichen Mietpreis geben, wären solche Phänomene nachweisbar und würden stattfinden! Gleich und gleich gesellt sich gern, das gilt für Connewitz, Schleußig und auch für Gohlis. Nicht jeder will im "hippen" Schleußig wohnen oder im Berufsdemonstrationszentrum Connewitz.

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Nutzerbild von AndreaAndrea kommentierte

Mal die Bewohner fragen?

Irgendwie finde ich mich in all den Aussagen nicht so recht wieder. Wohne seit vielen Jahren in Stötteritz - einfach weil ich es dort so schön normal finde. Dort lebt halt die bunte Mischung an Einkommensniveau und derjenige, der das nötige Kleingeld auf dem Konto hat, lässt es dort auch nicht immer so raushängen. Ich habe bereits im Zentrum West, in Lindenau, im Waldstraßenviertel und direkti im Stadtzentrum gewohnt und könnte es mir auch heute noch leisten. Will ich nur nicht, weil ich möchte die bunte Mischung. Und mir ist derjenige mit dem Kleingeld lieber, der es nicht so raushängen lässt und dafür noch über die Straße grüßt als derjenige, dem ich den Schotter am Aussehen und in Teilen am mangelnden Benehmen ansehe. Kann nur sagen, dass es natürlich einen Wandel auch in Stötteritz gibt, aber die Akademikerfamilien gab es auch schon vor 5-6Jahren dort als ich mich dort breit gemacht habe. Hoffe einfach, dass die "Neureichen" Zuzügler das Viertel nicht gänzlich verändern, sondern sich das eine oder andere vom alten Stötteritzer abschauen.

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Nutzerbild von Mario BiehlMario Biehl kommentierte

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Nutzerbild von Mario BiehlMario Biehl kommentierte

Sachlich hilft nicht.

Mit Sachlichkeit kommt man in der BRD nicht weiter. Nur Provikation bewirkt Veränderung! Angefangen von der Ohrfeige für Kurt Georg Kiesinger, über die Eier auf Helmut Kohl, bis zu den Farbbeuteln bei Joschka Fischer. Aber sei es drum.

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Argus Klemperer kommentierte auf Facebook

arm und reich, die reichen beschweren sich nicht übers foto von reudnitz aber die armen, die gern reich sein wollen. man blickt so gern nach unten und legt von oben herab eine münze in den hut, aber im assi viertel will keiner wohnen. nächstes mal einen neubaublock und die fenster unkenntlich machen, denn die leute wollen auch gern auf die noch ärmeren runtergucken. wohnnähe ist nicht gleichbedeutend mit sozialer nähe. in hamburg versucht man es auch immer wieder, soziale Gruppen zu mischen. das geht immer schief. Weil der mensch ein rudeltier ist. weil jeder die position in der gruppe beibehalten will. die eltern erziehen ein kind so, das es besser haben soll als die anderen. nur mit vernuft kann man da nichts tun, nur mit mitgefühl, dass jedoch setzt wieder voraus, das man von oben nach unten schaut. Franz Josef Degenhardt Spiel nicht mit den Schmuddelkindern Spiel nicht mit den Schmuddelkindern, sing nicht ihre Lieder. Geh doch in die Oberstadt, machs wie deine Brüder! So sprach die Mutter, sprach der Vater, lehrte der Pastor. Er schlich aber immer wieder durch das Gartentor und in die Kaninchenställe, wo sie Sechsundsechzig spielten um Tabak und Rattenfelle - Mädchen unter Röcke schielten - wo auf alten Bretterkisten Katzen in der Sonne dösten - wo man, wenn der Regen rauschte, Engelbert, dem Blöden, lauschte, der auf einen Haarkamm biß, Rattenfängerlieder blies. Abends am Familientisch, nach dem Gebet zum Mahl, hieß es dann: Du riechst schon wieder nach Kaninchenstall. Spiel nicht mit den Schmuddelkindern, sing nicht ihre Lieder. Geh doch in die Oberstadt, mach´s wie deine Brüder! Sie trieben ihn in eine Schule in der Oberstadt, kämmten ihm die Haare und die krause Sprache glatt. Lernte Rumpf und Wörter beugen. Und statt Rattenfängerweisen mußte er das Largo geigen und vor dürren Tantengreisen unter roten Rattenwimpern par cur Kinderszenen klimpern - und, verklemmt in Viererreihen, Knochen morsch und morscher schreien - zwischen Fahnen aufgestellt brüllen, daß man Freundschaft hält. Schlich er manchmal abends zum Kaninchenstall davon, hockten da die Schmuddelkinder, sangen voller Hohn Spiel nicht mit den Schmuddelkindern ... Aus Rache ist er reich geworden. In der Oberstadt hat er sich ein Haus gebaut. Nahm jeden Tag ein Bad. Roch, wie bessre Leuten riechen. Lachte fett, wenn alle Ratten ängstlich in die Gullys wichen, weil sie ihn gerochen hatten. Und Kaninchenställe riß er ab. An ihre Stelle ließ er Gärten für die Kinder bauen. Liebte hochgestellte Frauen, schnelle Wagen und Musik, blond und laut und honigdick. Kam sein Sohn, der Nägelbeißer, abends spät zum Mahl, roch er an ihm, schlug ihn, schrie: Stinkst nach Kaninchenstall. Spiel nicht mit den Schmuddelkindern ... Und eines Tages hat er eine Kurve glatt verfehlt. Man hat ihn aus einem Ei von Schrott herausgepellt. Als er später durch die Straßen hinkte, sah man ihn an Tagen auf ´nem Haarkamm Lieder blasen, Rattenfell am Kragen tragen. Hinkte hüpfend hinter Kindern, wollte sie am Schulgang hindern und schlich um Kaninchenställe. Eines Tags in aller Helle hat er dann ein Kind betört und in einen Stall gezerrt. Seine Leiche fand man, die im Rattenteich rumschwamm. Drumherum die Schmuddelkinder bliesen auf dem Kamm: Spiel nicht mit den Schmuddelkindern

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Dauer Schläfer kommentierte auf Facebook

Martin bei Twitter: reudnitz/dreckig/dunkel :P

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Argus Klemperer kommentierte auf Facebook

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Weltnest Redaktion kommentierte

Üble Nachrede

Lieber Argus Klemperer, wir löschen wirklich sehr ungern Kommentare, aber "Nazi"-Betitelungen hier argumentierender Politiker (und das auch noch unter Pseudonym) sind wirklich zuviel des Schlechten.

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Argus Klemperer kommentierte

L-IZ und weltnest

Warum so vereinzelt. Im Kopf die gleiche Richtung, das Fertigmachen Andersdenkender. Drohungen, Beleidigungen bei Twitter . Ihr seid nur der Abklatsch der L-iz. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Ihr seid Versager als neutrale ( Möchtegern ) Journalisten.

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Nutzerbild von Heinz aus BornaHeinz aus Borna kommentierte

Es zwingt dich keiner..

... das Weltnest zu lesen!

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Argus Klemperer kommentierte

stimmt !

hätte man auch nicht , wenn man gewußt hätte.

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