| Marcus Mötz

Barrierefreiheit in Leipzig - mit Rollstuhlfahrer Marc unterwegs in der Stadt

Während Leos Brasserie, das Dinea Restaurant und einige wenige andere Cafés und Kneipen in Leipzig ihn schon haben, beginnen die naTo und der Westflügel gerade mit den Planungen für einen barrierefreien Zugang. Höchste Zeit, findet Marcus, der einen Nachmittag mit Rollstuhlfahrer Marc verbringt und dabei feststellen muss, dass Barrieren buchstäblich an jeder Ecke lauern.

Marc sitzt von kleinauf im Rollstuhl. Dennoch ist er unternehmungslustig, geht gern ins Schwimmbad, ins Kino oder zu einem Konzert. Doch ich sehe auch, wie er bereits mit dem Straßenpflaster und dem Geldautomaten seine Schwierigkeiten hat. Und in manche Geschäfte kommt er nicht hinein, da es häufig schon an einer Stufe im Eingangsbereich scheitert. Ein warmes Essen stellt uns zudem vor (für mich bislang ungeahnte) Herausforderungen. In den meisten Cafés und Restaurants stehen Tische und Stühle eng beieinander, von einem barrierefreien WC ganz zu schweigen. Im Dinea Restaurant haben wir schließlich Glück, denn eine Mitarbeiterin greift Marc unter die Arme, wenn dadurch auch die Bezeichnung "Selbstbedienung" nicht mehr ganz zutrifft.

Außerdem treffe ich Jan Günther - Sozialarbeiter in der Werkstatt vom Lebenshilfe Leipzig e.V. Wie er die Situation in der Stadt einschätzt und wo er Optimierungsbedarf in puncto Barrierefreiheit / Barrierearmut in Leipzig sieht, verrät er im Video.

Über den Autor:

Auch wenn Marcus an dem Tag eine kurze "Rollstuhlselbsterfahrung" gemacht hat - in Marcs Alltag kann er sich dadurch dennoch nicht versetzen.

Kommentare

Weltnest Redaktion kommentierte auf Facebook

Auch Mephisto 97.6 hat sich des Themas angenommen: http://mephisto976.de/news/haben-sie-eine-rampe-da-44948

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Toller Beitrag Marcus! Im Kabarett Theater SanftWut in der Mädler Passage ist alles barrierefrei (Aufzug, ohne Stufen bis in den Saal und Behindertentoilette). Auch Kultur sollte allen zugänglich sein. Wir freuen uns immer, wenn auch körperlich eingeschränkte Menschen unsere Programme anschauen. Wir haben sogar einige treue sehbehinderte Fans und solche, die im Rollstuhl sitzen.

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Nutzerbild von HansiHansi kommentierte

Auch an andere Behinderungen denken!

Schöner Beitrag! ...Und wie Jan Günther schon sagt: Mit einer körperlichen Einschränkung müssen ja auch andere Menschen, etwa Blinde und Taubstumme, leben. Auch diese Mitbürger sollte man bei der (Neu-)Gestaltung der Stadtlandschaft im Blick haben! Aber auch wir können viel tun: Einfach mal fragen, ob man helfen kann, denn es wird leider immer Orte geben, an denen es Barreieren gibt.

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Em Em kommentierte

Da das Thema vielfältig ist ...

Vielen Dank für die Ergänzung, Hansi. Evtl wird es noch mal einen gesonderten Beitrag mit einem blinden Menschen geben.

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