| Martin Meißner

Tempo 30 bei Nacht: Ein Modell für Leipzig?

In mehreren Großstädten wird derzeit mit Tempo 30 bei Nacht experimentiert. Dadurch soll den Anwohnern von Hauptverkehrstraßen ein geruhsamer Schlaf garantiert werden. Wäre eine solche Maßnahme auch etwas für Leipzig?

 

Katharina Schenk, SPD

Ich bin in Wiederitzsch groß geworden, in einem Haus mit schönem großen Garten, der direkt an einer Bahnlinie endete. Das Thema Lärm wurde mir quasi in die Wiege gelegt und für mich hat der Satz 'Lärm macht krank' auch in Ballungsräumen Gültigkeit.
In den letzten Jahren ist es in meinem Elternhaus nicht nur hinten am Gartenende bei den Bahnschienen laut, sondern auch vorne im Haus. Die Straße, an der das Haus steht ist zunehmend befahren, der schlechte Belag tut sein übriges.
Einer 30-bei-Nacht-Regelung für Hauptverkehrsstraßen in bewohnten Gebieten stehe ich folglich sehr offen gegenüber. In meinem Wahlkreis fallen mir sofort die Dresdner Straße, die Waldstraße oder die Käthe-Kollwitz-Straße ein, deren Bewohner_innen sicher auch die eine oder andere schlaflose Nacht kennen. Die Häuser ragen in diesen Straßen bis an die Fahrbahn heran und es ist gut vorstellbar, dass langsamer fahrende Autos in Puncto Lärm eine Entlastung wären.
Kurz und gut: Es müsste im Rahmen eines Modellversuchs zunächst ermittelt werden wo relevante Straßen liegen. Dann müsste in einer Testphase überprüft werden, was die Verlangsamung bringt. Im gesamten Prozess ist Bürger_innenbeteiligung besonders wichtig. Ich bin (noch) keine Expertin des Lärmaktionsplan der Stadt Leipzig. Die ganze Idee kann sicher beschleunigt überprüft werden, wenn auf vorhandene Kartierungen etc. zurück gegriffen wird.
Insgesamt sollte man jedoch im Blick behalten, dass auch andere Faktoren zu erhöhter Lärmbelastung beitragen, wie etwa alte Straßenbahnen. Ein 30-bei-Nacht-Fahrgebot in bewohnten Gebieten wäre also nur ein Teil der Lärmauflösung.

 

René Hobusch, FDP

Ach Weltnest, die jahreszeitlich bedingten Frühnebel haben dir wohl den Blick verstellt? Denn deine investigativen Fähigkeiten waren auch schon besser. Verschiedene Projekte haben nämlich längst festgestellt, dass eine Temporeduzierung, egal ob tags oder nachts, von 50 km/h auf 30 km/h keine für den Menschen fühl-, äh, hörbaren Effekte bringen. Grob kann man sagen, Rollgeräusch der Reifen runter, Hörbarkeit des Motors rauf.
So hat z.B. das EU-Projekt HEAVEN in Berlin ergeben, dass ein Tempolimit messbare Reduzierungen des Verkehrslärms für den Menschen nicht bringt. Das liegt daran, dass das menschliche Ohr erst eine Lärmänderung von 3 Dezibel wahrnimmt, aber bei HEAVEN nur 2,0 Dezibel Reduzierung tags und sogar nur 1,2 Dezibel Reduzierung nachts gemessen worden sind.
Dagegen ist die Reduzierung der Lärmquellen erfolgversprechender: Buckelpisten und Schlaglöcher sanieren, lärmarme Straßenbeläge auftragen etc. Und auch Bäume entlang deiner Hauptverkehrsstraßen tragen dazu bei, liebes Weltnest, dass Verkehrslärm geschluckt wird. Und ganz nebenbei sorgen Straßenbeläge mit weniger Rollwiderstand für einen geringeren Reifenabrieb und senken damit die Feinstaubbelastung. Bäume nehmen den Feinstaub auf und bilden durch Fotosynthese... Aber das weißt du ja alles selbst.
Und ganz nebenbei: Ist die Hauptstraße für den Durchgangsverkehr nicht mehr attraktiv, kommt der gewiefte Autofahrer vielleicht auf die Idee, durch die rechts und links davon liegenden Wohngebiete abzukürzen. Da hast Du dann das nächste Thema, was wir hier erörtern können...
Aber bis dahin immer feste druff auf den Autofahrer, das kostet ja kein Geld, zumindest keins der Kommunen.

 

Juliane Nagel, Die Linke

Keine schlechte Idee, aber auch nichts Revolutionäres, in Leipzig auch immer mal wieder in der Diskussion und möglicher Teil des Lärmaktionsplanes. In dessen Leipziger Variante von 2013 ist diese Maßnahme zwar benannt, aber es fehlt an konkreten Untersetzungen. Obwohl ein nicht unerheblicher Teil der BewohnerInnen durch Nacht-Auto-Lärm belastet ist.
Tempo 30-Zonen kann die Kommune nach §45 1c StVO einrichten, dafür ist jeweils eine Einzelfallprüfung nötig. Geht also zumindest für die Straßen, die keine Straßen des überörtlichen Verkehrs (Bundes-, Landes- und Kreisstraßen) sind.
Warum in Leipzig zu den benannten Tageszeiten und Straßenvarianten nichts passiert, ist mir schleierhaft. Denn es geht bei Tempo 30 auch um Verkehrssicherheit und Minderung der Umweltbelastung! In einigen Wohngebieten wurde gehandelt und auch für die Straßenbereiche an Kitas und Schulen wird nun die Einrichtung von Tempo 30 Zonen geprüft.
Populär sind solche Maßnahmen in der Breite der Bevölkerung meines Erachtens nicht, denn die Autoversessenheit und der Druck schnell zu sein, sind weiterhin zu groß. Dies zeigt sich an regelmäßigen Meinungsmachen gegen FahradfahrerInnen oder Unfällen durch zu hohe Geschwindigkeit oder Unachtsamkeit.
Zum Thema Tempo 30 braucht es  meines Erachtens einen größeren Wurf: so schlägt der wissenschaftliche Beirat des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur vor, Tempo 30 als innerstädtische Regelgeschwindigkeit einzuführen. Statt Ausnahmen also die Regel, von der mit Begründung wieder Ausnahmen – also eine höhere Fahrtgeschwindigkeit - möglich wären.
Nichts desto trotz muss so ein Tempo 30, ob nachts oder ganztags, ob an Hauptverkehrsstraßen oder in Wohngebieten, mit einem Werben für einen grundlegenden verkehrspolitischen Paradigmenwechsel -  weg vom motorisierten Individualverkehr und hin zu einer gesellschaftlichen Entschleunigung – verbunden sein.

 

Jürgen Kasek, Die Grünen

Die Diskussion um das Thema Tempo 30 ist nicht neu: bereits 2009 gab es auch von meiner Person den entsprechenden Vorschlag, als Gesamtalternative zur Umweltzone, der damals mit wildesten Argumenten zerstört wurde. Fakt ist, dass Tempo 30 die Unfallgefahr, ebenso wie den Schadtstoffaustoss senkt und die Lärmbelastung minimiert. So hat das Umweltbundesamt in mehreren Studien nachgewiesen, dass die Lärmbelastung zurückgehen würde, ebenso wie die Schadtstoffbelastung und damit die Qualität des Wohnumfeldes deutlich steigern würde. Dazu kommt, dass einst auch der deutsche Städte- und Gemeindetag für eine Regelumkehrung plädierte und für generell Tempo 30 in Städten. Auch die Flussgeschwindigkeit ist bei Tempo 30 innerorts höher.
Dazu kommt, dass Lärm hochgradig gesundheitsgefährdend ist, ebenso wie Feinstaub.
Fakt ist: Tempo 30 hätte viele Vorteile und würde in Berlin sogar die Durchschnittsgeschwindigkeit erhöhen. Das Problem besteht darin, dass dies eine hochgradig ideologisierte Debatte ist und die Apologeten des KfZ aufschreien und sich gegängelt fühlen. Da wird nicht entlang der harten Fakten debattiert, sondern die vermeintliche Freiheit einzelner über das Wohl der Allgemeinheit gestellt. Die Kosten (Krankheitsausfälle) trägt dann aber wieder die Allgemeinheit.
Also ganz klar: ja zu Tempo 30 und zwar am besten sofort.

 

Ute Elisabeth Gabelmann, Piraten

Ein bißchen erinnert die Idee an die Situation, wenn man sich selbst ein Pflaster abreißen muss: macht man es lieber schnell und ruckartig mit einem größeren Schmerzpotential, was aber rasch abklingt, oder lieber langsam, vorsichtig und behutsam, es dauert aber dafür doppelt so lang und ziept erheblich?
Ähnlich stelle ich mir vor, ob ein Auto etwas flotter mit 50 an meinem Schlafzimmerfenster vorbeifährt, oder etwas geräuschärmer, aber eben dafür auch etwa doppelt so lange hörbar bleibt.

Wie immer bei diesen Vorschlägen und Sofortmaßnahmen möchte ich dem Ideengeber zurufen: das löst aber verdammich nochmal nicht das Problem, sondern doktert wie immer nur an Auswirkungen rum. Die Problematik ist ja immer noch jene, welche hier schon oft besprochen wurde: Wo soll's hingehen für den individuellen Verkehr in Leipzig?

Wir in der Großstadt sehen am ehesten die Auswirkungen, die das unbedingte Bestehen auf Privatautos hat: Platzmangel durch Fehlnutzung öffentlicher Flächen, Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer, täglicher Stau, Lärmbelästigung, Umweltaspekte wie Abgase etc. Man muß es offenbar oft wiederholen, weil das Umdenken ja was länger dauert. Trotzdem werden private Autos mit Zähnen und Klauen verteidigt und wer die Sinnhaftigkeit nicht einsieht, ist ein böser Mensch.

Also nein, die Maßnahme ist letztlich nur Kosmetik und Beruhigungsmittel, ja wenigstens "etwas getan" zu haben. Das kann man steckenlassen.

Markus Walther, CDU

Zur Frage Tempolimit habe ich eine persönliche Meinung, die vermutlich von der mehrheitlichen Auffassung meiner Parteimitglieder abweicht, aber damit können sowohl ich als auch die Mehrheit leben. In einer großen Partei müssen ja nicht alle einer Meinung sein.

Im Prinzip läuft es auf eine Abwägungsentscheidung hinaus: Welchen Bedürfnissen ist ganz konkret der Vorzug zu geben? Für ein nächtliches Tempolimit spricht sicher, dass sich der Arbeitsalltag vieler eher zum Schlechteren verändert hat, das heißt beispielsweise Arbeitszeiten zum Teil bis 22 Uhr oder länger, erwartete Erreichbarkeit auch zu Hause. Das bedeutet dann auch, dass ein nicht unterbrochener, echter Schlaf wichtiger ist als noch vor einigen Jahren. Dazu kommt, dass der gesundheitsgefährdende Einfluss von Verkehrslärm nun besser erforscht ist als früher und in seiner ernstzunehmenden Tragweite erkannt wird.

Auf der anderen Seite steht: Nahezu alle von uns haben uns an ein Wohlstandsniveau gewöhnt, von dem wir nur selten wissen wollen, woher es kommt. Wir erwarten jeden Morgen, am besten schon vor um sieben — also beim Gang zum Bäcker — das im Supermarkt alles griffbereit liegt, wonach wir begehren: Obst und Gemüse, Eier und Milch, Zeitungen aus allen Himmelsrichtungen usw. usf. Dass diese Waren nicht vom Himmel fallen, sondern schlicht mit Kraftfahrzeugen auch über Nacht gebracht werden müssen, gehört zur Wahrheit dazu. Und jemandem, der — weil er will oder weil er muss — erst in der Nacht von der Arbeit nach Hause kommt, kann ich nicht verübeln, dass er schnell ins Bett möchte.

Zwischen diesen beiden Seiten lässt sich nicht für jede Situation einheitlich entscheiden. Es kann Viertel geben, bei denen Verkehrslärm — wegen enger Bebauung oder hoher Häuserfronten — eine größere beeinträchtigende Wirkung hat als in anderen. Dort wird man, nicht nur auf Nebenstraßen, ein Tempolimit in der Kernschlafzeit in Betracht ziehen können. Andere Straßen wird es geben, an denen auch Menschen wohnen und schlafen wollen, die für das Funktionieren eines Warenstroms, den auch die dort wohnenden Menschen wollen, ein Tempolimit nicht vertragen.

Martins Fazit

Ich kann mir nicht vorstellen, bei einer freien Hauptverkehrsstraße mit 30 km/h durch die Nacht zu schleichen. Es wäre also sicherlich nur ein weiteres Gesetz, an das ich mich nicht halten würde.Wobei die Frage, ob die Maßnahme zur nachhaltigen Lärmreduzierung taugt, erst noch geklärt werden muss. Leipzig täte gut daran, die Versuche in anderen Städten genau zu beobachten. Die Physik ist in Frankfurt dieselbe wie bei uns. So ließe sich zumindest einiges an Geld für Schilder sparen.

Über den Autor:

Martin würde sich schon freuen, wenn vor seinem Fenster nicht mit laufendem Motor gehalten wird.

Kommentare

Oliver Bühler kommentierte auf Facebook

Total dafür!

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Dany Werner kommentierte auf Facebook

Auf jeden Fall, denn Lärm macht krank ...

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Christian Schulze kommentierte auf Facebook

Viele Personen fahren 30 mit dem 2. Gang, das bringt also nichts

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Christian Schulze kommentierte auf Facebook

...und selbst wenn, staut sich der Verkehr. Man sollte die Ampelanlagen von 22h bis 6h abschalten, sinnlose "Rechts vor Links" regel ebenso. Weniger Bremsen und Anfahren. Dadurch wird viel mehr Lärm und Feinstaub vermieden. Dafür muss man nicht Studiert haben.

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Nutzerbild von ClaudiaClaudia kommentierte

sinnlos?

"Rechts vor Links" abschaffen und keine Ampeln. Wie genau stellen Sie sich jetzt die Verkehrsführung vor, dass es unter diesen Bedingungen nicht im Sekundentakt zu Unfällen kommt? Wer hat dann Vorfahrt? Das müssen Sie uns mal erklären.

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Christian Schulze kommentierte auf Facebook

Die Verkehrsbeeinflussung darf auch nicht sein, ständig Rote Ampeln, weil ein Bummelbus/bahn bevorzugt wird

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Nutzerbild von ClaudiaClaudia kommentierte

Bus und Bahn

Dass öffentlichen Verkehrsmitteln, so gut es geht, ein Vorrangrecht eingeräumt wird, ist nur im Sinne der innerstädtischen Mobilität. Gerade mit der Straßenbahn, weil meist getrennt vom sonstigen Straßenverkehr unterwegs, ist man innerstädtisch schneller unterwegs als mit dem Auto, mit dem man eben auch mal im Stau steht (gerade im Berufsverkehr). Die "Bevorzugung" hat unter anderem auch den Sinn, das Nutzen öffentlicher Verkehrsmittel attraktiver zu machen als das Autofahren, was somit den MIV vermindert und die Lebensqualität der Großstädter steigert. Aber das ist den militanten Kfz-lern anscheinend nicht so wichtig. Wahrscheinlich wohnen die alle schön ruhig in wenig befahrenen Seitenstraßen oder am Stadtrand.

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Richard Reinsberger kommentierte auf Facebook

Tempo 30, alle Ampeln sind an und es kommt zu Staus. Wenn jetzt noch ein Blaulichtfahrzeug kommt ist das Chaos perfekt. Daran hat man warscheinlich nicht gedacht. Übrigens funktioniert der Link nicht!

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Sandy Krahmer kommentierte auf Facebook

Wir haben nicht mal vor allen Kitas Tempo 30. wäre das nicht wichtiger???

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Nutzerbild von rollorollo kommentierte

Wichtig - aber nicht wichtiger

--- Es geht doch beides und beides wäre gut!

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Weltnest Redaktion kommentierte auf Facebook

Richard Reinsberger Derzeit haben wir leider technische Probleme. Wir sind dran. Vielen Dank für das Verständnis. Wir geben ein Zeichen, wenn alles wieder läuft.

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Rudolph Koch kommentierte auf Facebook

So ein Bullshit. Bei Nacht Tempo 100! Dann ist das lärmerzeugende Fahrzeug schneller wieder weg!

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Nutzerbild von RolloRollo kommentierte

oder

man wird von dem lauten Knall und dem anschließenden Sirenen aus dem Schlaf gerissen, weil mal wieder so ein Raser an der Hauswand zerschellt ist.

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Richard Reinsberger kommentierte auf Facebook

Rudolph Koch, Tempo 100? aha...... Weltnest, danke für den Hinweis.

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Christian Schulze kommentierte auf Facebook

man bekommt im Stadtzentrum bei 80km/h alle Grünen Ampeln

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kommentierte auf Facebook

T30 statt T50 bringt eine Pegelminderung von ca. 3dB(A). Das kann man sonst nur durch die Halbierung der Verkehrsmenge erreichen. Es ist also eine sinnvolle Maßnahme. An vielen Straßen macht aber T30 ganztags mehr Sinn: http://www.oekoloewe.de/tempo30.html

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Nutzerbild von FMFM kommentierte

Wie wär's mit lesen vor schreiben?

Ich darf mal Herrn Hobusch zitieren (ja, mache ich nicht so gern - aber wenn's Sinn hat durchaus): ..So hat z.B. das EU-Projekt HEAVEN in Berlin ergeben, dass ein Tempolimit messbare Reduzierungen des Verkehrslärms für den Menschen nicht bringt. Das liegt daran, dass das menschliche Ohr erst eine Lärmänderung von 3 Dezibel wahrnimmt, aber bei HEAVEN nur 2,0 Dezibel Reduzierung tags und sogar nur 1,2 Dezibel Reduzierung nachts gemessen worden sind. ...

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Kurt Löwenmaul kommentierte

Das Umweltbundesamt ist hier sicher die bessere Quelle als Herr Hobusch

Herr Hobusch hat einige Falschaussagen in seinem Beitrag. Nicht blenden lassen!

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Nutzerbild von FMFM kommentierte

Immerhin zitiert er anständig

So einen pauschalen Anwurf wie "einige Falschaussagen" ohne jeden Beleg dazu finde ich nicht so glücklich - um es mal sozialverträglich zu fomulieren. Und ein etwas genauerer Quellenhinweis als nur "Umweltbundesamt" hätte sicher auch nicht geschadet, dafür aber vielleicht etwas mehr Sachlichkeit in die leicht aufgeladene Debatte getragen.

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Kurt Löwenmaul kommentierte

anständig ist anders

Er führt nur ein Beispiel, in nur einem einzelnen Straßenabschnitt an, bei dem die Wirkung nun augenscheinlich gerade nicht so deutlich gewesen sein soll. Der Leser soll denken, dass ist generell so. ( Nebensächlich ist dabei, dass 2 dB(A)) schon recht viel sind, denn die Dezibel-Skala ist logarithmisch aufgebaut: Mehr dazu hier (http://www.machsleiser.de/laerm-abc/dezibel-%E2%80%93-db) Das ist bei der FDP wie mit dem Klimawandel - 99% aller Wissenschaftler weltweit sagen klar: Ja, es gibt den menschengemachten Klimawandel und die FDP zitiert die 1%, die das angeblich widerlegen. Doch zurück zu Berlin: Hier eine Langzeituntersuchung an 19 Berliner HVS http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/377/dokumente/heinrichs-veroeffentlichung.pdf. Hier noch die Langversion: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/verkehr/politik/tempo/download/ergebnisse_evaluierung_tempo30.pdf. Zur Wirksamkeit von T30 in punkto Lärmminderung kann man auch hier nachlesen: http://www.ald-laerm.de/downloads/downloads-ubersicht oder hier: http://www.fv-leiserverkehr.de/pdf-dokumenten/Uebersicht/042_Laermminderung_im_Verkehr.pdf oder hier: Eine schöne Anleitung für eine strategische Lärmminderungsplanung gibt es hier, dort gibt es auch nochmal eine Übersicht über die Wirksamkeit verschiedener Lärmminderungsmaßnahmen: http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/publikation/long/3685.pdf Die Wirksamkeit von T30 wird durch das Leipziger Umweltamt im Lärmaktionsplan der Stadt auch nochmal ausführlich erleutert: http://www.leipzig.de/umwelt-und-verkehr/luft-und-laerm/laermschutz/ Folgende Aussagen von Herrn Hobusch sind ebenfalls falsch.(sehen sie es mir aber nach, dass ich jetzt keine weitere Stunde damit verbringen werde, die entsprechenden Links im Netz zu suchen. Das meiste steht in den oben genannten Broschüren schon) - "Temporeduzierung, egal ob tags oder nachts, von 50 km/h auf 30 km/h keine für den Menschen fühl-, äh, hörbaren Effekte bringen." (FALSCH - im Gegenteil sie bringen sehr deutlich Effekte und das für einen nur geringen Investitionsaufwand) - "Grob kann man sagen, Rollgeräusch der Reifen runter, Hörbarkeit des Motors rauf." (Hier soll suggeriert werden, dass man ja nichts machen braucht, da ja dann der Motor den Lärm der Reifen auf selbigem Level übernimmt - Der Motor wird jedoch nicht lauter, wenn die Rollgeräusche abnehmen - es wird insgesamt leiser) - "Bäume entlang deiner Hauptverkehrsstraßen tragen dazu bei, liebes Weltnest, dass Verkehrslärm geschluckt wird." (FALSCH - Straßenbäume haben (leider) keinerlei schallisolierende Wirkung - Sie haben Einfluss auf die subjektive Wahrnehmung von Schall, denn Lärmquellen, die wir nicht sehen, empfinden wir als leiser.) - "erfolgversprechender: Buckelpisten und Schlaglöcher sanieren, lärmarme Straßenbeläge auftragen" (lärmarme Straßenbeläge sind bei Geschwindigkeiten innerorts kaum wirksam, die offenen Poren des speziellen Asphalts setzen sich nach einiger Zeit zu -> man hat also viel Geld ausgegeben und kaum was erreicht. Buckelpisten und Schlaglöcher sanieren macht auf jeden Fall Sinn - bei den meisten der Straßenabschnitte, die derzeit auf T30 geprüft werden, ist das aber schon längst passiert (http://www.leipzig.de/umwelt-und-verkehr/luft-und-laerm/laermschutz/?eID=dam_frontend_push&docID=19237) - trotzdem liegt der Lärmpegel noch über den gesundheitsgefährdenden Werten. Es helfen also nur noch verkehrsorganisatorische Maßnahmen weiter.) Dann gibt es noch Straßenabschnitte (z.B. Riebeckbrücke in Reudnitz), die nur mit hohem finanziellen Aufwand zu sanieren sind und bis 2020 nicht angefasst werden, weil andere Brücken und Straßen eher zusammenfallen. Dort macht es Sinn bis zur Sanierung kurz- und mittelfristig mit verkehrsorganisatorischen Maßnahmen etwas zu tun.

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Nutzerbild von FMFM kommentierte

Danke, deutlich besser

und jetzt, liebes Weltnest, wünsche ich mir "nur" noch, dass man strukturierte Meinungsäußerungen auch so lesen kann...

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Marcus Kowalski kommentierte auf Facebook

Nein

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Christian Schulze kommentierte auf Facebook

toll, 3dB und der Kostenfaktor. Dafür sollten man lieber bessere Straßen bauen, dann werden mehr dB gespart @ökovegetarier

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Christian Schulze kommentierte auf Facebook

Mountainbiker mit Crossbereifung sollten dann auch langsamer radeln

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kommentierte auf Facebook

Christian Schulze, ein T30-Schild kostet 290 ?. Das Amt für Umweltschutz hat für das Aufstellen von T30 z.B. in der Dieskaustraße (Antonienstraße bis Bismarckstraße) einen monetären Nutzen von 744.000 ? errechnet - und das pro Jahr (Miete/Immobilienwert/Gesundheitskosten). Das ist ein spitzenmäßiger Kosten-Nutzen-Faktor! Liebe Grüße von den Ökovegetariern.

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Ro Schu kommentierte auf Facebook

Nutzt aber trotzdem nix wenn keiner die 290 EUR bezahlt ^^

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Ro Schu kommentierte auf Facebook

Sinnlose "Rechts vor Links" Regel abschaffen ?Weniger Bremsen und Anfahren. Das bedarf der Erläuterung Christian Schulze ^^ Gerade darf man denn immer durchfeuern ? Das wird interessant ^^ Wer sollte die gefühlten 200 Mio Verkehrsschilder bezahlen ? ;-)

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Ro Schu kommentierte auf Facebook

Reifen entwickeln, Fahrbahnbelag optimieren, Ampeln nachts komplett abschalten, wäre vollkommen ausreichend. Der Vergleich mit der Straßenbahn hinkt gewaltig. Wer damit nicht klar kommt der zieht halt nicht an eine Hauptverkehrsstraße, an eine Bahntrasse, Autobahn oder in die Einflugschneise eines Flughafens. Wenn's für diese Erkenntnis nicht reicht gönne ich diesen Personen die schlaflosen Nöchte. ^^ Der Durchschnittsdeutsche lernt ohnehin nur aus Erfahrungen am eigenen Leib.

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Ebm Lexy kommentierte auf Facebook

Kämpft mal lieber für das Nachtflugverbot...3 dB weniger *pfff* ...eure Probleme will ich mal haben. Tempo 50 auf einer ordentlich sanierten Straße klingt übrigens immer noch besser als Tempo 30 auf Kopfsteinpflaster...

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Cello Lpz kommentierte auf Facebook

Schwachsinn diese Regelung. .....T30 an Schulen und Kindergärten ist ok aber Nachts unüberlegt da viel weniger Verkehr

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Cello Lpz, deswegen soll das ja auch nur an Straßenabschnitten geprüft werden, die den Grenzwert von 60dB(A) nachts überschreiten. An Straßen, die kaum Verkehrsbelastung haben, braucht man auch keine Lärmminderungsmaßnahmen. Ebm Lexy, 3 dB(A) sind ne Menge Holz. Das entspricht dem selben Effekt, den man erreicht, wenn man nur noch halb so viel Autos durch die entsprechende Straße leiten würde. Tempo 30 statt Tempo 50 auf Kopfsteinpflaster bringt sogar eine Minderung von 5 dB(A) - das sind Welten!

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Kay Zeisberg kommentierte auf Facebook

(y)

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Nic Ta Mere kommentierte auf Facebook

Find die Idee auch blöd. Bin für Tempo 100 zwangsweise nachts in der Stadt, alle Ampeln und Verkehrsregeln abschaffen und Fahrradfahrer sind Freiwild...

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Bu Be kommentierte auf Facebook

Ich fände es auch sinnvoller, nachts einen Großteil der Ampeln abzuschalten. Die Lärmbelästigung durch wartende Fahrzeuge sinkt und für den Autofahrer ist es ökonomischer. Und die Rechts-vor-Links-Regel sollte doch jeder Autofahrer im Schlaf beherrschen.

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Joerg Warschat kommentierte auf Facebook

Klar und dann 20, 10 und ab 20:00 nur noch Fahrrad fahren.

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Christian Schulze kommentierte auf Facebook

@ All, Tempo 30 + R vL Regelung, wurde von den Bürgern der Kirschbergstraße gefordert. Nun haben genau diese Leute Probleme mit Staus Unfällen etc... die Radfahrer flüchten auf den Fußweg, wo sie die Fußgänger bedrängen. Man sollte die gesamte Situation erstmal erfassen und sehen. Vor 30 Jahren war es Laut und es hat nach 2-Takt gestunken. Es ist nunmal eine Großstadt, euch geht es doch zu gut.

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Christian Schulze, die Probleme waren in der Kirschbergstr. vorher noch schlimmer. Jetzt mit T30 ist es nicht perfekt aber besser als vorher. Hat sich also gelohnt. Ein Problem ist dort das Kaufland-Center, das Unmengen Autoverkehr induziert. Ruhig wie auf dem Dorf wird es in der Großstadt nie, das ist auch klar. Es geht aber um Fairness derjenigen die im ruhigen Eigenheim am Stadtrand oder in verkehrsberuhigten Nebenstraßen wohnen gegenüber denjenigen (ca. 26.000 EW), die an lauten Straßen wohnen (müssen). T30 ist auch kein Allheilmittel sondern lediglich ein wichtiger Bestandteil kluger Verkehrspolitik. Es muss noch weit mehr passieren.

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Nutzerbild von Marlene WittenbecherMarlene Wittenbecher kommentierte

Lärm

Ich finde es unmöglich wie hier wiedermal gegen Autos gemeckert wird.Aus eigenem Erleben kann ich sagen dass die Bahnen vielmehr Krawall machen. Ich bin Nachtarbeiter und die Bahn weckte mich alle 10 min. Ich musste da weg. Fernsehen oder Telefonie bei offenen Fenster fast unmöglich. Bei jeder Bahn vibrierte das ganze Haus, trotz sanierter Strasse.

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